Therapeuten und Patienten zusammenbringen! Auf einer Plattform für Lymphödemtherapie.
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Bisherige Aktivitäten und Forderungen

Auf dem Weg zur Anerkennung von Versicherungsleistungen für eine Lymphödemtherapie haben wir uns mit u.a. einer Petitionschrift an den Central Social Insurance Medical Council (beratendes Organ des Ministeriums für Gesundheit) und Informationsveranstaltungen in medizinischen Gesellschaften in verschiedenen Bereichen aktiv engagiert.

Unsere Hauptforderungen sind:
1) frühzeitige Aufklärung des Patienten über individuelle Beratungsgespräche zur Prophylaxe von und Verhaltensmaßnahmen bei einem Lymphödem (seit April 2008 für einen Teil der Patienten anerkannt).
2) Kompressionsbekleidung auf Rezept (seit April 2008 für einen Teil der Patienten anerkannt).
3) Bewertung der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) als eine von der Versicherung anerkannte medizinische Leistung (seit April 2016 für einen Teil der Patienten anerkannt).

Ergebnisse im Detail

Im Jahr 2008 war die regelmäßig alle zwei Jahre stattfindende Überprüfung von medizinischen Behandlungsentgeldern angesetzt. Im Hinblick auf diese Überprüfung wurde im Vorfeld über einen Verbindungsrat, der die Unterstützung von 72 Vereinen koordinierte, eine Unterschriftenaktion mit der Forderung nach Anerkennung von Versicherungsleistungen durchgeführt. Bei dieser Aktion konnten ca. 240.000 Unterschriften gesammelt werden, die dann dem Minister für Gesundheit und der japanischen Ärztekammer vorgelegt wurden. (Unterschriftensammelaktion vom 1. bis 15. Oktober 2007).

Als Erfolg der jahrelangen Arbeit aller Beteiligten wurde bei der oben genannten Überprüfung ein individuelles Beratungsgespräch zur Prophylaxe von und Verhaltensmaßnahmen bei Lymphödemen sowie Kompressionsbekleidung auf Rezept als neue Versicherungsleistung für einen Teil der Patienten ab 2008 anerkannt.

Darüber hinaus wurde im September 2009 der Rat zur Förderung medizinischer Zusammenarbeit von 13 Berufsgruppen und Selbsthilfegruppen gegründet. Die MLAJ gehört zu den Gründungsmitgliedern. Über den Rat wurde dem Central Social Insurance Health Council und der Arbeitsgruppe zur Förderung medizinischer Zusammenarbeit des Ministeriums für Gesundheit eine Petitionsschrift mit der Forderung nach Versicherungsleistungen für eine Lymphödemtherapie vorgelegt. Zusätzlich wurden Einzelheiten und Hintergründe ausführlich erläutert und auf die Wichtigkeit der Trennung zwischen ‘Lymphdrainage als professionelle medizinische Fertigkeit‘ einerseits und ‘als Teil kosmetischer Behandlung‘ andererseits hingewiesen.

Das Ergebnis dieser Arbeit wurde am 1. April 2010 vom Amt für Gesundheitspolitik (als Teil des Ministeriums für Gesundheit) in Form eines Informationsbriefes herausgegeben, der besagte, dass ein weiteres individuelles Beratungsgespräch zur Prophylaxe von Lymphödemen anerkannt worden sei. 2012 wurde die Zahl der medizinischen Einrichtungen, die ein Beratungsgespräch anbieten dürfen, erhöht (ausgeweitet auf regionale Einrichtungen, die Teil des regionalen klinischen Behandlungspfadkooperationsplanes sind).

2016 wurde dann die langgeforderte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (offizielle Bezeichnung des Gesundheitsministeriums: „Komplexe Therapie für Lymphödeme“) – wenn auch nur für einen Teil der Patienten – als Kassenleistung anerkannt. Eine Zusammenfassung der Leistungen ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.



Auf Grundlage des Materials des Gesundheitsministerium aus dem Jahr 2016 von MLAJ erstellt

Einzelheiten können unter diesem Link (auf Japanisch) nachgelesen werden. https://www.mlaj.jp/kyoukai/news/news20160309/news20160309.html

Zukünftige Aufgaben

2016 sind zwar Versicherungsleistungen für die „Komplexe Therapie für Lymphödeme“ anerkannt worden, diese gelten aber nur für Patienten, die Anspruch auf ein Beratungsgespräch haben, also nur für Patienten, die nach einer Operation etc. von bestimmten Tumorarten ein Lymphödem entwickelt haben. Folglich sind Patienten, deren Tumorart nicht als anspruchsberechtigte Leistung bei den Beratungsgesprächen aufgeführt ist, sekundäre Lymphödeme anderer Genese als durch Tumorerkrankung und primäre Lymphödeme von diesen Leistungen ausgeschlossen.

Hinzu kommt, dass bei der gegenwärtigen Vergütung weder dem Fachniveau noch dem therapeutischen Zeitaufwand entsprechend Rechnung getragen wird. Außerdem ist bezüglich eines landesweiten einheitlichen Therapiestandards auch keine Qualitätsprüfung von einer unparteiischen Organisation vorgeschrieben und die Anforderungen an Einrichtungen, die diese Lymphödemtherapie anbieten möchten, sind zu hoch. Es besteht also weiterhin Handlungsbedarf für eine Verbesserung der gegenwärtigen Situation, um der tatsächlichen therapeutischen Nachfrage auch entsprechen zu können.

Wir werden uns daher weiterhin mit der Unterstützung aller Beteiligten dafür einsetzen, die gegenwärtige Situation Schritt für Schritt zu verbessern.